Stellingen, 23. September 2026
Der Platz ist nass. Die Bäume sind kahl. Oben am Ziegel steht Planetarium.
Die Gruppe steht auf dem Kies. Die Westen sind gelb, hinter den Kindern liegt das Becken, in den Fugen steht Wasser. Darüber der Ziegelturm, die Buchstaben PLANETARIUM, kahle Bäume links und rechts. Ein kalter Vormittag im Stadtpark. So kommen die elbzwerge aus Stellingen am Planetarium an.
Niemand hält einen Vortrag über den Wasserturm. Die Kinder schauen hoch, weil das Gebäude größer ist als das, was sie aus der Straße in Stellingen kennen. Kapuze auf, Mütze auf, die Westen damit die Gruppe auf dem Weg zusammenbleibt.
Das Planetarium Hamburg sitzt im alten Wasserturm, Linnering 1. Der Senat führt es als außerschulischen Lernort, auch für Kita-Gruppen. Die Angaben stehen auf der Seite für Schulen und Kitas. Wir sind wegen dieses Ortes da. Nicht wegen eines Arbeitsblatts, das man danach ausfüllt.

In der Kita liegt danach ein blaues Blatt. Gelbes Seidenpapier in der Mitte, ein Astronaut, eine Rakete, ein Mond, ein Ringplanet. Unten in Bleistift: Sonnensturm. Auf einem anderen Blatt, orange, eine große Sonne und ein Ring aus Planeten. An den Rand hat jemand Januar 2026 geschrieben.
Das Haus der Astronomie in Heidelberg beschreibt Kindergartenkinder ähnlich. Mondphasen, und dass die Sonne im Winter später aufgeht, kennen viele schon aus dem Alltag. Meistens, ohne es zu merken. Was sie dann tun, ist malen und basteln. Bei uns ist das der Sonnensturm, weil das Wort auf dem Blatt steht, und eine Sonne, die größer ist als die Planeten darunter. Ob die Reihenfolge stimmt, ist an dem Vormittag egal.


Julia Plummer hat 2009 Erst- und Zweitklässler vor und nach einem Planetariumsprogramm befragt. 63 Kinder, sieben Klassen. Danach konnten mehr von ihnen beschreiben, wie Sonne und Mond über den Himmel zu laufen scheinen. Am wenigsten änderte sich, was sie über den Sternenhimmel sagten, und wie sich die Sonnenbahn mit den Jahreszeiten verschiebt. Die Studie liegt offen: Early elementary students' development of astronomy concepts in the planetarium.
Das sind Schulkinder, ein Stück älter als die Gruppe auf dem Kies. Und das Programm hat nicht nur einen Film gezeigt. Die Kinder sollten die Bewegung mit dem Körper nachmachen. Für einen Kita-Ausflug bleibt davon etwas Kleineres. In der Kuppel ist an einem Vormittag ein Himmel zu sehen, den man vom Garten aus nicht in einer Stunde sieht. Ob daraus bei den Jüngsten schon eine richtige Sonnenbahn wird, misst diese Arbeit nicht. Bei uns bleibt der Turm, das Wasser in den Fugen, und danach das Papier.
Wie der Tag sonst aussieht, steht im Konzept. Wer die Kita sehen will: Stellingen. Einen Platz kann man vormerken.